Klassenfahrt Berlin VS11/12 (Systemplaner)
Die Klassen VS11 und VS12 fuhren am 04.05.2026 gemeinsam für eine Woche nach Berlin auf Klassenfahrt. Was sich dort ereignete, erfahren Sie in diesem Bericht.
Es ging los am Montag mit der Zugfahrt im Flixtrain von Düsseldorf nach Berlin. Auf dem Hinweg haben wir uns in 4er bis 6er Gruppen auf die Zimmer aufgeteilt. Im Hotel angekommen haben wir zuerst die Zimmer bezogen und uns von der Hinfahrt erholt. Abends sind wir noch gemeinsam zum Deutschlandmuseum gefahren und haben dort eine kleine Rallye absolviert, bei der wir Fragen zur Geschichte Deutschlands, begonnen in der Kaiserzeit und endend in den 2000ern, beantworten mussten. Die Antworten konnten wir in dem Museum beim Rundgang an verschiedenen Stationen finden.
Der nächste Tag startete mit einem halben Urlaubstag, da unser Programm vom Vormittag leider ins Wasser gefallen ist. Mittags ging es dann zum Fahrradverleih „Free Berlin“, wo wir eine Stadtrundfahrt mit dem Fahrrad gestartet haben. Dafür wurden uns vom Fahrradverleih Guides zur Verfügung gestellt, die uns in drei kleineren Gruppen die wichtigsten Orte und Sehenswürdigkeiten Berlins und deren Geschichte nähergebracht haben. Dazu gehörten unter anderem die Museumsinsel, die Berliner Mauer, das Brandenburger Tor, das Reichstagsgebäude sowie das Berliner Schloss. Dabei haben wir unter anderem gelernt, dass das Brandenburger Tor zum großen Teil noch original ist und nicht neu aufgebaut werden musste nach dem zweiten Weltkrieg. Der Grund dafür ist, dass die Gegner Deutschlands im zweiten Weltkrieg hohe Gebäude, wie das Brandenburger Tor, als Orientierung für Luftangriffe verwendet haben. Zum Reichstagsgebäude haben wir etwas zum Reichstagsbrand gehört, und wie die Nationalsozialisten diesen benutzt haben, um politische Gegner loszuwerden. Insgesamt waren wir circa drei Stunden mit dem Fahrrad unterwegs und hatten selbstverständlich viel Spaß dabei. Abends haben wir uns, wie jeden Abend, aufgeteilt und in kleinen Gruppen etwas gegessen, Dinge unternommen oder die Stadt erkundet.

Am Mittwoch ging es früh am Morgen los, da wir um 9:00 Uhr bereits einen Termin beim Verteidigungsministerium hatten, aber vorher auch noch Frühstücken mussten. Am Verteidigungsministerium angekommen, ging es zuerst durch die Sicherheitskontrolle, da dieses Gebäude militärischer Sicherheitsbereich ist. Nachdem wir diese ohne Komplikationen geschafft hatten, sind wir in das Gebäude hinein gegangen und haben dort eine Informationsveranstaltung besucht. In dem Vortrag ging es um die Bundeswehr allgemein, also die Funktionsweise, die Ziele und Aufgaben der Bundeswehr und noch einmal verstärkt um den neuen Wehrdienst, da dieses Thema viele Junge Menschen bewegt. Anschließend ging es für uns zum Deutschen Bundestag, wo wir eine Plenarsitzung besucht haben. Auch dort wurden wir natürlich beim Eintritt ins Gebäude von Sicherheitskräften sorgfältig kontrolliert. Während der Plenarsitzung konnten wir Live erleben, wie die gewählten Parteien über die Umwelt, Gesetze, Regelungen und über die aktuelle Regierung diskutieren. Dabei fiel auf, dass manche Parteien deutlich mehr dazwischen rufen, als andere, wenn Reden von einzelnen Politikern vor dem Plenum gehalten werden. Nachdem wir die Sitzung nach einer Stunde wieder verließen, haben wir uns mit der Bundestagsabgeordneten Lisa Schubert von den Linken getroffen und uns mit ihr unterhalten. Dabei hatten wir die Möglichkeit, alle Fragen zu stellen, die uns beschäftigen. Dieser Austausch war sehr informativ, um mehr über die Ansichtsweise der Partei „die Linke“ zu lernen, die insgesamt sehr menschenfreundlich scheinen und nach eigener Aussage und Wahlprogramm mehr für den Durchschnittsbürger erreichen wollen, also das Steuergeld an Stellen beschaffen, die die meisten Menschen nicht betreffen.


Donnerstag war der letzte Tag mit Programm. An diesem Tag sind wir nach Oranienburg gefahren, um die KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen zu besichtigen. Historisch war dieser Programmpunkt für mich persönlich der interessanteste. Diesen Ort zu besuchen und sich die Geschehnisse, die damals geschehen sind, war definitiv eine Erfahrung, die man mal gemacht haben sollte. In der Gedenkstätte waren wir zuerst in einem Gruppenraum und sind die Ereignisse der NS-Zeit chronologisch durchgegangen. Anschließend wurden wir von einer Mitarbeiterin begleitet und haben uns die Außenanlage angeschaut, wo noch einzelne Gebäude des KZ übrig geblieben sind oder wieder aufgebaut wurden. Die Angestellte der Gedenkstätte hat dabei Informationen zu allem parat gehabt und die meisten Dinge eingeordnet. Man spürt wirklich ein gewisses bedrückendes Gefühl, wenn man dort über das Gelände läuft, weil man eine bessere Idee bekommt, was in dieser Institution an Leid zugefügt wurde. Dennoch bekommt man das Gefühl, dass trotz des besseren Verständnisses der Geschehnisse und Bedingungen, die Lebenswirklichkeit der Menschen damals in den Arbeits- und Vernichtungslagern noch viel schlimmer war, als man sich vorstellen kann.

Freitags hatten wir vormittags Freizeit und sind anschließend wieder mit dem Flixtrain nach Düsseldorf gefahren. Alles in Allem war die Klassenfahrt sehr schön, da man sich mit den Mitschülern und Mitschülerinnen, sowie den Lehrern besser bekannt machen konnte und dabei war das Programm sehr interessant und man konnte viel lernen. Außerdem erinnert man sich bei den Unternehmungen, wie glücklich wir uns schätzen können, in einer Demokratie zu leben, in der Gleichberechtigung, Mitbestimmung und Meinungsfreiheit nach meiner Meinung die wichtigsten Dinge sind. Eine funktionierende Demokratie ist die Staatsform, die für die Menschen am meisten Lebensqualität und Freiheit bietet.

(Tobias Kluitmann, VS11)
